Budgetplanung mit Köpfchen

Was kostet eine Hochzeit?

Junges, modernes Brautpaar sitzt auf dem Boden | © Getty Images | PeopleImages
Wenig romantisch, gehört aber dazu: Die Kostenplanung bei der Hochzeit.
Foto: Getty Images | PeopleImages

Es soll der schönste Tag im Leben sein - aber bitte auch finanzierbar! Klingt wenig romantisch, aber wer die Kosten für die Hochzeit nicht im Auge behält, erlebt später ein böses Erwachen. Eine akribische Budgetplanung ist deshalb das A und O jeder Hochzeitsvorbereitung.

Hochzeitskosten - der deutsche Durchschnitt

Das liebe Geld! Leider kommt man auch bei der Hochzeitsplanung nicht um das leidige Thema herum, denn ohne gute Planung explodieren die Kosten für eine Hochzeit schnell. In dem Bezug sind die deutschen Brautpaare übrigens alles andere als geizig und lassen sich ihre Feier ganz schön was kosten: Laut der Studie "So heiratet Deutschland" zahlen 30 Prozent der Paare zwischen 10.000 und 15.000 Euro für ihre Traumhochzeit. Knapp ein Viertel der Befragten gab immerhin stolze 6.000 bis 10.000 Euro aus - und da sind die Flitterwochen noch nicht mal mit eingerechnet. Wer also mit dem Planen der Hochzeit beginnt, sollte sich zunächst auf ein Maximalbudget einigen - erst dann kann die eigentliche Planung richtig losgehen. 

Tipp: So gut die Planung einer Hochzeit auch sein mag, eine Sache können die meisten Brautpaare bestätigen - am Ende wurde die Feier doch teurer als geplant. Man sollte bei der Budgetplanung also unbedingt etwas Luft nach oben lassen!

Budget für die Hochzeit - die wichtigsten Kosten im Überblick

Hochzeit ist nicht gleich Hochzeit: Das eine Paar heiratet im engsten Familienkreis mit kleiner Feier, die anderen mieten ihr Traumschloss und von Pferdekutsche bis Feuerwerk werden alle Geschütze aufgefahren. Die Kosten können also stark variieren - und nach oben gibt es kaum ein Limit. Sinn macht eine Einteilung in fixe und variable Kosten. Für die Planung außerdem hilfreich: jeden Punkt mit einer Priorität (von "auf jeden Fall" über "wünschenswert" bis "vielleicht") kennzeichnen. 

Fixe Kosten:

  • Formalitäten und Unterlagen: 100-150 Euro

  • Stammbuch der Familie: bis 50 Euro

  • Trauung: 50-100 Euro

  • Hochzeitstorte: 150-500 Euro

  • Brautkleid & Anzug: 500-5.000 Euro

  • Eheringe: 200-5.000 Euro

  • Friseur, Make-Up: 50-500 Euro

  • Brautstrauß: 50-500 Euro

Variable Kosten (für eine Feier mit rund 100 Gästen)

  • Feierlocation: 150-3.000 Euro

  • Essen: 3.000-8.000 Euro bei Menü im Restaurant, 2.000-6.000 für Buffet mit einem Cateringdienst

  • Getränke: 1.000-2.500 Euro

  • Hochzeitseinladungen, evtl. auch Save-The-Date-Karten: 200-600 Euro (plus Porto)

  • Tischkarten: 100-300 Euro

  • Hochzeitsdeko: 300-500 Euro

  • Fotograf: 400-1.500 Euro

  • DJ/Band/Unterhalter: 400-2.500 Euro

  • Miete Auto/Kutsche: 300-500 Euro

  • Tanzkurs: 100-200 Euro

  • Feuerwerk: ab etwa 200 Euro

  • Hochzeitsreise: 1.000-5.000 Euro

  • Danksagungen und Gastgeschenke: 200-600 Euro

  • eventuell Hotelkosten für angereiste Gäste

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Hochzeitspaar, das sich küsst | © iStock | Wavebreakmedia

Pro-Kopf-Budget: Das kostet die Hochzeit pro Gast

Die Kosten für eine Hochzeit werden inzwischen gerne pro Person oder mit einem so genannten Pro-Kopf-Budget kalkuliert. Das macht durchaus Sinn, denn für jeden Gast muss Essen, Getränke, Einladungen oder Tischkarten eingerechnet werden. Als grober Richtwert dienen durchschnittlich 100-150 Euro pro Person, Ausnahmen bestätigen aber auch hier wieder die Regel. Es empfiehlt sich also im Vorfeld einen Kostenvoranschlag einzuholen, der die Kosten pro Person enthält. So lässt sich anhand des angesetzten Budgets auch errechnen, wie viele Gäste man tatsächlich einladen möchte. 

Menü oder Buffet?

Kostengünstiger ist die Buffet-Variante, die in aller Regel mit einem Cateringdienst organisiert wird. Hier belaufen sich die Kosten häufig auf etwa 30-60 Euro pro Gast. Getränke zum Essen kosten zwischen 10 und 30 Euro pro Person. Wer sich für ein Menü entscheidet, wählt die edlere Variante, muss demnach auch etwas tiefer in den Geldbeutel greifen: Hier sind 40 bis 80 Euro pro Person üblich (Getränke ausgenommen). 

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Hochzeitstorte mit Donuts | © iStock | svmelnikoff

Hochzeitsplaner - ja oder nein?

Wer ein großes, rauschendes Fest plant und sich die perfekte Organisation wünscht, kann einen Wedding-Planner engagieren. Er kann entweder mit der Gesamtorganisation der Feier beauftragt werden oder sich nur um Teilaspekte kümmern, zum Beispiel die Suche nach einer Location. Das Honorar wird entweder anhand der Arbeitsstunden oder des Gesamtpreises der Feier berechnet. Letzteres ist vor allem bei großen Hochzeitsfesten der Fall. Als Orientierungswert können hier 10-20 Prozent der Gesamtsumme der Hochzeitskosten angesetzt werden. Für die Organisation einer kompletten Hochzeit sind in etwa 100 Arbeitsstunden realistisch. Wird der Preis des Hochzeitsplaners über die Arbeitszeit berechnet, schwankt der Lohn zwischen 40-150 Euro die Stunde.

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Häufig vergessene Kostenpunkte

Neben den Kosten für Location, Essen, Brautkleid oder Torte, die man meist fest im Blick hat, werden einige Punkte gerne vergessen. Dazu zählt beispielsweise der Sektempfang vor der Kirche, das Porto für die Hochzeitseinladungen oder der Tanzkurs für den Eröffnungstanz. Auch kleine Attraktionen für die Gäste, der Junggesellinnenabschied oder ein Polterabend erzeugen zusätzliche Kosten und können am Ende das Hochzeitsbudget sprengen. 

Tipp: Wer seine Gäste mit einem Feuerwerk überraschen will, muss sich vorher eine behördliche Genehmigung einholen. Hier können Kosten ab 200 Euro einkalkuliert werden.

Stilvoll sparen bei der Hochzeit

Beim Anblick der Kosten, die auf einen zukommen, könnte einem das Heiraten glatt vergehen. Aber davon sollte sich niemand die Heiratslaune vermiesen lassen, denn die Kosten hat man zu großen Teilen selbst in der Hand. Und an vielen Ecken lässt sich Geld sparen, ohne dabei knauserig zu sein. So lässt sich beispielsweise die Hochzeitsdeko oder Einladungen selbst basteln. Und auch Gastgeschenke können leicht selbstgemacht und damit Kosten gespart werden. Der Fotograf kann aus dem Bekanntenkreis kommen und Hochzeitskleider können auch geliehen werden.

Viel Geld kann man außerdem sparen, wenn man bei der Terminwahl flexibel ist. Sommerhochzeiten sind meistens besonders teuer, deswegen lohnt es sich bei kleinerem Budget, eine andere Jahreszeit in Betracht zu ziehen. Und auch der Ort der Feier kann einen großen Unterschied machen. Locations in großen Städten sind meist besonders teuer, während sich auf dem Land häufig günstigere Alternativen bieten.

Die besten Spar-Tipps für eine Hochzeit

  • Termin außerhalb der Hochzeits-Saison wählen (August ist der Hochzeitsmonat Nummer eins)

  • Nicht an oder vor Feiertagen heiraten

  • Samstage sind besonders beliebt, günstiger wird es an einem Freitag oder Sonntag

  • Locations auf dem Land sind meist billiger als in Städten

  • Wer genug Platz hat, kann die Feierlichkeiten im eigenen Haus oder Garten austragen - spart die Kosten für die Location

  • Einladungs- und Tischkarten selbst gestalten

  • Mit Blumen der Saison dekorieren

  • Partyservice/Catering statt Menü im Restaurant

  • Gästeliste mit Bedacht erstellen

  • Feier erst am Nachmittag mit Kaffee und Kuchen starten, spart das Mittagessen

  • Fotograf und Musiker aus dem Bekanntenkreis engagieren

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Rustikales Hochzeitsbouquet | © iStock | SvetaY
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