Kinderleicht? Von wegen!

Zahnpflege: richtig Zähneputzen

Die besten Zahnpflege-Tipps für gesunde Zähne! | © iStock | PeopleImages
Die besten Zahnpflege-Tipps für gesunde Zähne!
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Bei der Zahnpflege gibt es einiges zu beachten: über die Vorzüge einer Munddusche, die richtige Zahnputztechnik und warum Mundgeruch ein Fall für den Arzt ist.

Frauen würden ihr Geld falsch anlegen, meint Inès de la Fres­sange. Statt Schönheitsoperationen und teurer Anti-Aging-Cremes wäre ein Invest in schöne Zähne weit sinnvoller, um jugendlich auszusehen. Die Französin ist Model und kein Arzt, liegt aber mit ihrer Einschätzung ganz richtig. Treffen wir jemanden, ist sein Lächeln nach dem Augenkontakt das Auffallendste. Tat­sächlich stufen 81 Prozent der Deutschen gepflegte Zähne sogar als attraktivstes Attribut ein. Und laut einer Studie des King’s College in London verdienen Menschen mit makellosem Zähnen besser, weil Vorgesetzte damit Gesundheit, Stär­ke, Ausgeglichenheit, Kompetenz und Glaubwürdigkeit assoziieren. 

"Mit den Jahren lässt die Zahnsubstanz nach, die Zähne werden grauer, kleiner und verschieben sich nach hinten", erklärt Dr. Sebastian Helgert, Zahnarzt in München. Das alles hat Einfluss auf die Gesichtszüge, das Hautbild und die Ausstrahlung. Verändert sich die Zahn­stellung, fällt das Gesicht buchstäblich in sich zusammen und verliert an "Höhe", was einfach älter wirkt. Rund um den Mund entstehen Falten, und beim Lächeln oder Sprechen sieht man dunkle Löcher, den sogenannten Bukkalkorridor zwischen Wangen und Backenzähnen. Auch weil Kieferorthopäden früher wohl­meinend Zähne ziehen ließen, um dem wachsenden Gebiss Raum zu geben, feh­len bei vielen ein paar von den 32 Bei­ßern, was mit zunehmendem Alter dazu führt, dass die Wangen einsinken. 

Die perfekte Zahnputztechnik  

Es gibt eine Vielzahl von empfohlenen Zahnputztechniken z. B. nach "Charters", "Stilmann" oder die "von-Rot-nach-Weiß"-Putztechnik. Die international am meisten verbreitete ist aber die "Bass"-Methode. Diese konzentriert sich auf den Zahnfleischsaum (Übergang zwischen Zahnfleisch und Zahnhals) und die Kauflächen. Es sollte für diese Technik eine weiche vielbündelige Zahnbürste mit abgerundeten Borstenenden verwendet werden. Die Borsten sollten gleich lang sein – ideal um auch die Backenzähne zu pflegen sind kurze Bürstenköpfe. Vorsicht: Viele optisch schön designte Bürsten verlieren ihre therapeutische Funktion. 

So geht's:  

  • Zahnbürste in 45°-Winkel zum Zahnfleischsaum ausrichten. 

  • Zahnbürste andrücken, so dass es sich noch angenehm anfühlt. Es soll durchaus eine leichte Kraft ausgeführt werden, so dass die Borsten in den Raum zwischen Zahnhals und Zahnfleisch eingedrückt werden. 

  • Acht Sekunden lang horizontale Rüttelbewegungen ausführen, bei starker Verschmutzung 12 Sekunden lang. 

  • Von außen und innen dieselbe Technik anwenden. 

  • Danach noch ein bisschen Extra-Zeit für die Kauflächen aufwenden. 

Praktisch: Elektrische Zahnbürsten geben die Putzzeit vor. Alle dreißig Sekunden ertönt ein akustisches Signal, wenn man von innen nach außen, und von unten nach oben wechseln sollte. 

Munddusche

Vor vielen Jahren stand sie noch in jedem Bad, heute ist sie weitgehend in Vergessenheit geraten: die gute alte Munddusche. Dabei ist sie die ideale Ergänzung zum Zähneputzen. Nach dem Zähnereinigen oder einfach mal zwischendurch entfernt sie lose Speisereste und schenkt ein angenehmes Frischegefühl. Das Zähneputzen an sich kann sie aber nicht ersetzen, denn der fest an der Zahnoberfläche haftende Zahnbelag widersteht dem Wasserstrahl leider. Also die Munddusche eher als eine Art Wellness-Gerät für den Mundbereich sehen und mit dem Wasserstrahl sanft das Zahnfleisch massieren. Diese Wirkung wird sogar noch verstärkt, wenn man ein paar Tropfen ätherische Öle in die Munddusche gibt, zum Beispiel Thymian gegen Zahnfleischentzündungen.

Mündspülung

Mundspülung, Mundwasser und Co. gibt es in unzähligen Varianten – aber welche sind sinnvoll, auf welche kann man der Zahnpflege getrost verzichten?

Chlorhexidin (CHX): gehört zu den Arzneimitteln, ist daher apothekenpflichtig, aber nicht rezeptpflichtig. Wird zur Prophylaxe gegen Karies und Parodontitis angewendet, da es die Keimzahl in der Mundhöhle reduziert und die Bildung und Reifung von Zahnbelag hemmt. Sollte aber nur zeitlich begrenzt, also eine Woche lang, kur-artig angewandt werden.

Mundspülungen mit Amin-/Zinnfluorid: gehören zu den kosmetischen Mitteln, haben auch nachgewiesene antibakterielle, plaquehemmende, kariespräventive und zahnfleisch-prophylaktische Wirkung. Zeitlich unbegrenzt anwendbar.

Ätherische Öle: Beläge im Mund sind Auslöser für Karies und Parodontitis. Sie sind aber auch verantwortlich für Mundgeruch. Dieser entsteht durch schwefelhaltige Verbindungen, die von beispielsweise von auf der Zungenoberfläche haftenden Bakterienbelägen produziert werden. Dagegen haben sich Mundspülungen auf der Basis ätherischer Öle sehr gut bewährt. Sie töten Geruch bildende Plagegeister beim Spülen ab und sorgen für frischen Atem.

Mundwasser: Sie sind leider ohne nachgewiesene antibakterielle Wirkung, wirken aber gegen Mundgeruch und schenken kurzzeitig Frischegefühl.

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Mundgeruch: Ein Fall für den Zahnarzt

Über 70 Prozent der Gründe für chronischen Mundgeruch liegen in der Mundhöhle selbst. Daher kann man es nicht oft genug sagen: Die Reinigung der Zunge, wie sie in anderen Kulturkreisen wie Asien selbstverständlich praktiziert wird, ist das A und O im Kampf gegen Mundgeruch. Der vielschichtige, zerklüftete Aufbau der Zungenoberfläche macht sie zu einem bevorzugten Nistplatz für Bakterien. Von hier aus beginnt nach der Zahnpflege die Wiederbesiedlung der Zahnoberflächen mit Mikroorganismen. Die auf der Zunge befindlichen Bakterien bilden schwefelhaltige Zersetzungsprodukte, die unangenehmen Mundgeruch verursachen.

Die Zungenflora ist aber nur ein Faktor. Oft sind auch starke Zahnfleischentzündungen schuld, belassene Speisereste die zersetzt werden oder kariöse Stellen. Ferner können Geruchsmoleküle im Darm in die Blutbahn aufgenommen und dann über die Lungen ausgeatmet werden. Daher empfiehlt es sich, wenn der Mundgeruch länger anhält und mit steigender Mundhygiene nicht beseitigt werden kann, einen Zahnarzt und gegebenenfalls einen Internisten aufzusuchen. Mundspülungen gegen Mundgeruch sollten auf keinen Fall langfristig eingesetzt werden, da die im Mundraum befindlichen Bakterien überwuchern können und das Problem am Ende nur verschlimmern.

Lebensmittel für weiße Zähne

Bananen essen für weiße Zähne.  | © iStock | Kirill_Savenko

Schlechte Mundhygiene macht den ganzen Körper krank 

Der genaue Grund für diesen Zusammenhang wurde bei vielen Erkrankungen noch nicht genau herausgefunden. Jedoch ist die "American Association for Periodontology, AAP" sicher, genügend evidenzbasierte Gründe zu haben, folgende Erkrankungen und Komplikationen in Wechselbeziehung zu oralen Infektionen ausgelöst durch schlechte Zahnpflege zu setzen:

  • Bakteriämie

  • Endokartitis

  • Koronare Herzkrankheiten und Artherosklerose

  • Schlaganfall

  • Erhöhter Insulinbedarf bei Diabetikern

  • Chronisch rezidivierende Bronchitiden und Pneumonien

  • Komplikationen bei Schwangerschaften (Frühgeburten, untergewichtige Neugeborene)

Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, steigt bei schlechter Zahnpflege und Mundhygiene um das 2,8 fache, das für einen Herzinfarkt bis zum zweifachen, und das einer Frühgeburt sogar um das Siebenfache!

Kinder brauchen ihre eigene Zahnpasta

Kinderzahnpasta unterscheidet sich von der für Erwachsene hauptsächlich in den Geschmacksstoffen, um das Putzen für die Kleinen angenehm zu gestalten. Da Kinder aber auch das Ausspucken nicht richtig beherrschen und viel Zahnpaste verschlucken, muss die Konzentration der Inhaltstoffe, z.B. von Fluor, geringer als bei Erwachsenenpasten sein, da Fluor in größeren Mengen in den Körper aufgenommen toxisch wirkt, vor allem bei Kindern.

Die FDI (Federation Dentaire International) hat 1988 zum Schutz des Konsumenten einen internationalen Standard für Zahnpasten festgelegt. Einer der darin enthaltenen Punkte ist, dass kein Zucker (Saccharose) in Zahnpasten enthalten sein darf, sondern nur Zuckerersatzstoffe. So sind Zahnpasten mit Zucker auch für Kinder wohl eher die Ausnahme. Das kann man aber an der Auflistung der Inhaltsstoffe überprüfen.