Vor oder zurück?

Zeitumstellung: Alles über Sommer- und Winterzeit

Zeitumstellung, Frau mit Wecker auf dem Kopf | © iStock | tolgart
Am 28.10.2018 werden die Uhren auf Winterzeit umgestellt.
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Zweimal im Jahr das gleiche Spiel: Die Uhren werden vor- bzw. zurückgestellt, der Zeitumstellung auf Winter- bzw. Sommerzeit sei Dank. Aber wie war das nochmal? Wann werden die Zeiger vor und wann zurückgedreht? Und sollte man die Zeitumstellung nicht einfach komplett abschaffen? Alles über die nächste Umstellung auf Winterzeit 2018, hilfreiche Eselsbrücken und aktuelle Diskussionen um eine Abschaffung.

Zeitumstellung Winterzeit 2018

Am 28. Oktober 2018 beginnt in Deutschland die Normalzeit/Winterzeit - das bedeutet, dass in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Uhren von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt werden. Somit verlängert sich die Nacht um eine Stunde und wir können eine Stunde länger schlafen.

Am 31.03.2019 werden die Uhren dann wieder auf Sommerzeit vorgestellt. Beginn der Winterzeit 2019 ist am 27.10.2019.

Eselsbrücken und Merksprüche zur Zeitumstellung

Es ist doch immer dasselbe: Kaum steht die Zeitumstellung auf Winter- oder Sommerzeit an, gehen die Diskussionen los, ob die Uhren nun vor- oder zurückgestellt werden. Dem alljärlich wiederkehrendem Rätselraten kann man mit einfachen Eselsbrücken ein für alle mal ein Ende bereiten.

  • Im Sommer stellt man die Gartenmöbel vor, im Winter zurück in den Schuppen. 

  • Im Winter fliegen die Vögel zurück in den Süden.

  • Zeitumstellung funktioniert wie ein Thermometer - im Frühjahr Plus und im Winter Minus.

Viele Menschen stehen der Zeitumstellung jedoch mit gemischten Gefühlen gegenüber. Besonders im Frühjahr klagen viele über eine Art Minijetlag, wenn ihnen eine Stunde vom Tag genommen wird. Kein Wunder also, dass die Diskussionen um eine Abschaffung seit Jahren nicht abreißen.

Sommerzeit adé: Wird die Zeitumstellung abgeschafft?

Derzeit wird in allen 28 EU-Ländern zweimal jährlich die Zeit umgestellt. Würde es jedoch nach der EU-Kommission und der Mehrheit der Menschen im Land gehen, dann sollte die Zeitumstellung komplett abgeschafft werden. 

Bei einer EU-weiten Online-Umfrage (nicht repräsentativ) stimmte die überwältigende Mehrheit der 4,7 Millionen Teilnehmer nämlich für eine Abschaffung und dauerhafte Beibehaltung der Sommerzeit. Und auch Kanzlerin Angela Merkel befürwortet diesen Konsens. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erklärte daraufhin, einen Gesetzesvorschlag zur Abschaffung der Zeitumstellung vorzulegen. Bis es doch tatsächlich zu einer Abschaffung kommen könnte, dürfte aber noch einige Zeit verstreichen, denn die Mitgliedsländer sind sich uneinig. 

Deutschland, Österreich und Belgien bevorzugen die Sommerzeit. Spanien und Schweden die Winterzeit. Damit besteht die Gefahr eines Zeitzonen-Chaos innerhalb Europas, was man unbedingt vermeiden möchte. Doch Einigung scheint bislang nicht in Sicht. Denn würden die Spanier für eine Beibehaltung der Sommerzeit stimmen, würde die Sonne in Madrid im Winter erst gegen 9.30 Uhr aufgehen. In der schwedischen Hauptstadt Stockholm sogar noch ein wenig später.

Schon jetzt gibt es drei Zeitzonen in der Europäischen Union und eine Abschaffung hätte auch Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Energieversorgung. Dementsprechend werden die Diskussionen und Abwägungen der Vor- und Nachteile vermutlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Wissenschaftler plädieren für Beibehaltung der Winterzeit

Die Meinungen der Wissenschaftler zum Thema Zeitumstellung und Auswirkungen auf den menschlichen Körper gehen auseinander. Grundsätzlich herrscht jedoch Konsens, dass der Wechsel von Sommer- und Winterzeit nicht unbedingt zuträglich (wenn auch nicht schädlich) ist. In der Beibehaltung der Sommerzeit sehen renommierte Forscher wie beispielsweise Till Roenneberg vom Institut für Medizinische Psychologie der Universität München jedoch auch nicht die Lösung. Der Chronobiologe plädiert für die Beibehaltung der Winterzeit (also Normalzeit). 

Seiner Meinung nach erhöhe sich mit der Beibehaltung der Sommerzeit die Wahrscheinlichkeit für Diabetes, Depressionen, Lern- und Schlafprobleme. Denn man müsse an deutlich mehr Tagen im Dunklen aufstehen, was besonders auch für Kinder große Nachteile mit sich bringt. Die Forscher und die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) sprechen sich daher für eine dauerhafte Winterzeit (Normalzeit) aus! Und auch Ingo Fietze von der Berliner Charité pflichtet seinen Kollegen bei und betrachtet die Umfragenergebnisse kritisch: "Wenn die Umfrage im Winter gewesen wäre, hätten wahrscheinlich viele für die Winterzeit plädiert." Auch er hält die Zeitumstellung für Blödsinn, wenn ihm auch größere medizinische Probleme nicht bekannt sind. "Unser ganzer Biorhythmus ist dem Hell-Dunkel-Wechsel angepasst. Künstlich daran zu manipulieren, macht keinen Sinn und das versteht der Körper auch nicht." Das Problem daran: Die wenigsten Deutschen können sich nach diesem natürlichen Rhythmus richten.

Statt Zeitumstellung - flexiblere Arbeitszeiten

Demnach ist die Lösung des Problems vielleicht an ganz anderer Stelle zu suchen. Und anstatt darüber zu diskutieren, ob wir die Uhren nun vor- und zurückstellen sollten, könnten flexiblere Arbeitszeiten Abhilfe schaffen. Feste Arbeitszeiten von 8 bis 17 Uhr sind auch heute noch Gang und Gäbe, obwohl mehr Flexibilität die Produktivität verbessern könnte und die Problematik der Zeitumstellung für viele Menschen damit sogar komplett hinfällig wäre.