Darum ist "unten ohne" angesagt

Flanking: Knöchel sind das neue Dekolleté

Frau trägt Hose im Flanking-Style | © Getty Images | Christian Vierig
Entblößte Fesseln liegen im Trend.
Foto: Getty Images | Christian Vierig

Nackte Knöchel soweit das Auge reicht: Hosenbeine werden abgeschnitten und hochgekrempelt, Cropped Jeans machen den klassisch bodenlangen Modellen in den Modehäusern Konkurrenz. Flanking nennt sich der "Unten Ohne"-Trend, bei dem es darum geht die nackte Fessel zur Schau zu stellen. Das Phänomen ist keineswegs neu, zieht sich aber durch alle Schichten der Gesellschaft, vom Teenie bis zur Geschäftsfrau. Und wirft man einen Blick zurück in die Geschichte wird plötzlich klar, warum in Zeiten von Geschlechterdiskussionen und MeToo der nackte Knöchel zum Statement wird. 

Warum ist knöchelfrei so angesagt?

Flanking, das ist ein Wortspiel aus den englischen Wörtern "flashing" (blitzen) und "ankle" (Knöchel). Und genau darum geht es: Die nackte Fessel blitzen zu lassen. Socken sind tabu. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Sneaker-Freunde und andere Schuh-Fetischisten verweisen gerne darauf, dass ohne die lästige Socke der Schuh besonders gut zur Geltung kommt. In Zeiten, in denen der Turnschuh salonfähig geworden ist und sogar die Businessfrau ihre cleanweißen Nikes zum Hosenanzug ausführt, verwundert es nicht, dass Flanking inzwischen in allen Schichten der Gesellschaft angekommen ist. Und auch Riemchensandalen und Heels werden dank 7/8-Länge besonders in den Fokus gerückt. 

Ein weiterer netter Nebeneffekt: durch das Entblößen der nackten Fesseln werden die Beine optisch gestreckt und wer nicht mit Modelgröße gesegnet wurde, kann so einige Zentimeter dazuschummeln. Mitunter vermutlich auch ein Grund, warum der Knöchelfrei-Trend erstaunlich kompatibel ist und sowohl bei Frau und Mann, ob Business-Look, Casual Friday oder sportlich gestylt nicht mehr aus der Modewelt wegzudenken ist.  

Frau beim Flanking | © Getty Images | Christian Vierig
Ob hochgekrempelt oder abgeschnitten - Hauptsache knöchelfrei!
Foto: Getty Images | Christian Vierig

Geschichte des Flanking: Was nackte Knöchel mit Feminismus zu tun haben 

Gerne wird der Flanking-Trend belächelt oder als modische Spinnerei abgetan, doch macht man sich die Mühe und versucht ein derartiges gesellschaftliches Phänomen in seinen Ursprüngen zu verstehen, ergibt plötzlich doch wieder alles einen Sinn. Denn das Entblößen nackter Knöchel ist keinesfalls eine Hipster-Erfindung der Neuzeit, schon in der Vergangenheit sorgte das unscheinbare Körperteil immer wieder für Diskussionen. 

Bis ins 20. Jahrhundert war es nämlich nur Männern vorenthalten die nackten Fesseln zu zeigen. Für Frauen war es ein klares Tabu und wer öffentlich die Knöchel entblößte galt als unsittlich und gesellschaftlicher Abschaum. Die Herren der Schöpfung, insbesondere der männliche Adel, führte dagegen mit Vorliebe 7/8-Hosen aus. Das waren die Hoch-Zeiten von Culottes, Knickerbocker und Co. Der Knöchel ist also vielmehr als nur ein Körperteil - geschichtlich betrachtet ist er eng verbunden mit Geschlechterrollen, Macht und Unterdrückung. Kein Wunder also, dass gerade jetzt, in Zeiten von hitzigen Debatten um Geschlechterrollen, Feminismus und MeToo der Knöchelfrei-Trend sein ganz großes Comeback feiert. 

Und man muss gar nicht so weit zurückblicken, um weitere Beispiele weiblicher Persönlichkeiten zu finden, die mit Mode ihrer Stärke und Unabhängigkeit Ausdruck verliehen und die Schönheit nackter Fesseln zu schätzen wussten. Audrey Hepburn zum Beispiel. Sie trug mit Vorliebe Kleider oder Mäntel mit Dreiviertel-Ärmeln oder Hosen in 7/8-Länge, die ihre grazile Figur noch unterstrichen. 

Audrey Hepburn mit 7/8-Hose | © Getty Images | Cecil Beaton
Schon Audrey Hepburn wusste um die Vorzüge nackter Fesseln.
Foto: Getty Images | Cecil Beaton

Und auch Modegrößen der heutigen Zeit, die mit ihrem Stil ganze Generationen prägen, wissen um die Vorzüge von gekrempelten Hosenbeinen und entblößten Fesseln, die optisch strecken. Kate Moss zum Beispiel. Und auch Kate Middleton setzt in ihrer Freizeit gerne mal auf Hosen in 7/8-Länge. 

Auch Stilikonen flanken: Kate Moss und Kate Middleton. | © Getty Images | Mehdi Taamallah | Max Mumby
Auch Stilikonen flanken: Kate Moss und Kate Middleton.
Foto: Getty Images | Mehdi Taamallah | Max Mumby

So werden nackte Knöchel bürotauglich

Flanking ist durchaus bürotauglich - das Outfit steht und fällt dann mit der Wahl des richtigen Schuhwerks. 7/8-Hosen in Kombination mit Brogues, Mules oder Halbschuhen ergeben ein stimmes Bild, wer nicht an strikte Kleidervorgaben gebunden ist, kann auch besten Gewissens Sneaker kombinieren. Besonders weiße Modelle bieten sich an. Riemchensandalen oder Pumps strecken das Bein noch zusätzlich, Ballerinas funktionieren natürlich auch. Mary Orton zeigt, wie ein gelungener Business-Look aussehen kann: 

Knöchelfrei-Trend – Looks für die Freizeit 

Sylvia Haghjoo zeigt, wie man mit Flanking schlanke Fesseln toll in Szene setzt und die Beine optisch verlängert. Zur knöchelfreien Momjeans kombiniert sie Riemchenballerinas und einen knielangen Sommermantel.

Und auch Marie von Behrens beweist, dass es zu einem gelungenen Look nur wenige Mode Basics braucht: eine cropped Jeans zu weißer Bluse und schwarzen Pumps.

Cropped Jeans und 7/8-Hosen online kaufen 

Beim Kauf von knöchelfreien Hosen sollte die perfekte Passform im Vordergrund stehen, dann ist die Wahl auf ein bestimmtes Modell fast Nebensache. Ob High Waist Jeans mit ausgefranstem Saum oder Bügelfaltenhose in 7/8-Länge - die Auswahl in den Onlineshops ist riesig.

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