Schminktipps von Visagisten

Die 10 häufigsten Schminkfehler

Frau, die sich schminken lässt | © iStock | Sjale
Erfahrene Visagisten wissen, was beim Schminken alles falsch läuft.
Foto: iStock | Sjale

Zu dunkle Nuancen, hässliche Make-up Ränder und andere Schminkunfälle: Wir verraten euch die 10 häufigsten Schminkfehler und geben Tipps, wie es richtig geht!

1. Zu dunkel 

So schön Rot ist, dunkle Nuancen machen Lippen schmaler - und Frauen älter. Welcher Ton wirklich zu einem passt? Im Tageslicht die Venen am Handgelenk anschauen. Schimmern sie bläulich, sind kühle Farben perfekt, bei grünlichen Tönen warme Nuancen. Und: Der Lipliner sollte immer heller als der Lippenstift sein.

2. Falsches Timing

Foundation soll das Hautbild ausgleichen, kann jedoch im Lauf des Tages fleckig werden. Liegt häufig am Timing. Wird Foundation zu schnell nach der Tagespflege aufgetragen, oxidiert die Farbe durch zu viel Fett auf der Haut. Besser: ein pflegendes Fluid als Basis verwenden und warten, bis es komplett eingezogen ist (meist nach zehn bis fünfzehn Minuten). In der Zwischenzeit die Haare stylen oder frühstücken, erst dann schminken. 

3. Zu viel Puder

Puder übers Make-up stäuben, damit es länger hält? Ist mittlerweile überholt. Der Teint könnte kalkig aussehen, Fältchen und Linien werden unnötig betont. Der Münchner Visagist Luis Huber rät zu einem mattierenden und porenverfeinernden Primer (z. B. "Diorskin Forever & Ever Wear Base de Teint" von Dior, 42 Euro). Er hilft ebenso gut gegen Glanz, aber man sieht frischer aus. Nur bei öliger Haut braucht man losen, transparenten Puder.

4. Null Glanz

Matt kann auf den Augen eine matte Sache sein, denn dadurch werden Fältchen betont. "Ab Mitte 40 lieber auf Lidschatten mit subtilem Schimmer setzen, der wirkt wie ein Weichzeichner", erklärt Visagist Luis Huber. Am besten eignen sich cremige Texturen. Für Lippenstift gilt das Gleiche: Matte Konsistenzen betonen spröde, rissige Lippen.

5. Striche statt Brauen

Cara Delevingne hat’s vorgemacht: Augenbrauen sollen jetzt schön dicht und markant sein. Da kann es schon mal passieren, dass beim Auffüllen von Lücken das Ergebnis künstlich aussieht. Passiert nicht mit puderähnlichen Produkten (z. B. "Eyebrow Styling Compact" von Shiseido, 34 Euro) - wirkt natürlicher und dichter als gestrichelte Linien. Den Ton am Besten heller als die Brauenfarbe wählen.

6. Die Bräunungs-Falle

Bräunungspuder zaubert nicht automatisch Sonnenglow ins Gesicht. Der falsche Ton erinnert eher an dunkle Gewitterwolken auf heller Haut. "Besser einen Bronzepuder mit leichtem Glanz verwenden, das wirkt frischer. Oder gleich auf eine Liquidvariante umsteigen, die sich auf trockener Haut schön verblenden lässt", erklärt Luis Huber. Bei rötlicher Haut sieht Bronzer grundsätzlich besser aus als klassisches Rouge.

7. Falsche Mascara

Viele glauben, dass braune Wimperntusche einen Look besonders natürlich macht. Stimmt aber nicht. „Gerade bei hellblauen und grünen Augen sieht man damit eher krank aus, was an den roten Pigmenten liegt“, erklärt die Visagistin Sabine Heberle. Lieber klassisches Schwarz oder kühle Greige-Nuancen verwenden. Immer gut: die Wimpern vor dem Tuschen mit einer Zange in Form bringen. Am besten kurz nach dem Duschen. Durch den heißen Dampf sind die Härchen flexibler und können nicht brechen. 

8. Pausbacken

Zu viel Rouge an der falschen Stelle - und schon sieht man aus wie ein Clown. Entweder wird es von der Schläfe bis zum Mundwinkel aufgetragen oder als Apfelbäckchen unterhalb des Wangenknochens appliziert. Das Gesicht wirkt damit praller und jugendlicher. 

9. Zu hell, zu grell

Strobing, also das Hervorheben der Gesichtszüge mit Highlighter, ist der Beautytrend des Jahres. Aber wer zu viel erwischt, glänzt wie eine Ölsardine. Ungeübte sollten lieber zu hellen Cremetexturen ohne Schimmer greifen (z. B. die helle Nuance aus der "Indefectible Sculpt Contouring Palette" von L’Oréal Paris, 13 Euro). Eine geringe Menge oberhalb des Jochbeins, auf Nasenrücken und Lippenherz platzieren und gut verblenden. Vorsicht, Blondinen sehen mit Produkten, die glitzern, schnell angemalt aus. 

10. Der Eulen-Effekt

Aufgabe des Concealers ist es, über Unreinheiten, Pickel oder Augenschatten hinwegzutäuschen. Aber: Wer ihn nicht richtig einarbeitet, betont Makel und große Poren. Statt Concealer direkt unter die Augen zu geben, die Farbe von den äußeren Augenwinkeln bis zur Nasenspitze auftragen und dann verblenden. Maximal eine Nuance heller wählen als die Foundation, um den Eulen-Effekt zu vermeiden. Zum Abdecken von Pickelchen auf eine hohe Pigmentierung achten und lieber cremige Concealer (z. B. "Creamy Concealer Kit" von Bobbie Brown, 35 Euro) verwenden. Die haften besser.