Batik, Tie-Dye, Farbverlauf

Batik: Das Trend-Muster des Sommers

Tasche mit Batik-Muster von Prada | © Getty Images | Jeremy Moeller
Das Tie-Dye-Muster ist 2019 wieder angesagt.
Foto: Getty Images | Jeremy Moeller

Batik legt sein Hippie-Image ab und avanciert zum absoluten Trend-Muster, das richtig gestylt sogar officetauglich wird!

Deshalb lieben die Designer den Batik-Trend

Ja, es ist offiziell! Batik is back und es ist nicht übertrieben, zu behaupten, dass das Muster zu den größten Trends im Sommer 2019 zählt. Stella McCartney, Chloé, Paco Rabanne, Christian Dior oder Proenza Schouler: sie alle zeigten das Muster auf den Laufstegen - und das aus gutem Grund. Die knallbunten Kleider waren schon in den späten 60er-Jahren modischer Ausdruck für Freiheit und Frieden gegen konservative Regierungen, was sie auch heute wieder aktuell macht. Zudem steht Batik für Handarbeit, Kreativität und Individualität - alles, wofür sich Designer in Zeiten von Fast Fashion und Wegwerfmode stark machen wollen. Da kommen Kindheitserinnerungen auf: In liebevoller Handarbeit hat man damals T-Shirts gebatikt und anschließend stolz zur Schau gestellt. Diese Gefühle soll der Trend wieder transportieren. Nur der Look ist moderner geworden, die Farben sind weniger grell und schrill - und auch die Materialien verpassen dem Batik-Trend ein modisches Update. Dazu kommen neue Interpretationen des Musters wie beispielsweise bei Proenza Schouler oder Altuzzara, die zeigen, dass Batik auch elegant sein kann und nicht nur auf weiten Hippie-Kleidern gut aussieht.

Batik auf dem Laufsteg bei Proenza Schouler | © Getty Images | Victor VIRGILE
Batik auf dem Laufsteg bei Proenza Schouler
Foto: Getty Images | Victor VIRGILE

Das Batik Shirt bekommt Konkurrenz

Neben Batik-Shirts und Oberteilen tauchen die Designer nun auch Kleider, Röcke, Jeans, Overalls oder Taschen in das angesagte Tie-Dye-Muster. Neu dabei: Die Looks versprühen dank der zurückhaltenden Farbkombinationen kein Strand-Feeling. Sie wirken cool und lässig - wie beispielsweise der Jeans-Overall von Stella McCartney. Oder die boxig geschnittene, kurze Jacke mit passendem Bleistiftrock von Cristiano Burani.

Noch nie sah Batik so cool aus - hier bei Cristiano Burani auf dem Runway. | © Getty Images |  Victor VIRGILE
Noch nie sah Batik so cool aus - hier bei Cristiano Burani auf dem Runway.
Foto: Getty Images | Victor VIRGILE

So stylt man Batik jetzt

Für den bürotauglichen Batik-Look empfiehlt es sich zu grelle Farben zu vermeiden und zu einem Batik-Teil neutrale, gedeckte Farben zu kombinieren. Wem der Look dennoch zu "Hippie" erscheint, kann auf großflächige Versionen des Musters setzen. Besonders angesagt: Batiks in weiten Farbverläufen in Pastellfarben.

Auch bei den Materialien ist Abwechslung angesagt und längst gibt es das stylische Muster nicht mehr nur in der Baumwoll-Version. Batik-Blusen aus Seide oder Samt machen den Look im Handumdrehen edel und lassen keine Hippie-Assoziationen aufkommen. Nur den Mix mit anderen dominanten Mustern sollte man besser vermeiden und im Büro auf klassische Kombi-Pieces wie Rolli, Blazer oder Anzughose setzen. 

Batik-Looks im Alltag

In der Freizeit dürfen die Looks gerne verspielter und lässiger ausfallen. Auffällige Batik-Teile machen sich dann besonders schön in der Kombination mit Jeans. Sie beruhigen den Look und versprühen die nötigen Hauch von California-Beach-Feeling. Außerdem angesagt: White Denim, zum Beispiel als lässige Culotte, aber auch eine weiße Jeansjacke macht sich hervorragend zu einem Batik-Shirt!

Lisa Hahnbueck in einem Outfit mit Batik-Top und weißer Jeans | © Getty Images | Christian Vierig
Neben Batik ein weitere großer Trend des Sommers - White Denim. In der Kombi unschlagbar.
Foto: Getty Images | Christian Vierig

Batiken - einfache DIY-Anleitung

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist und selbst mal Hand anlegen will, sollte nicht lange zögern. Denn Batiken macht richtig Spaß - und es entstehen garantiert einzigartige Muster, die so keine andere trägt. Und nicht nur Kleidung lässt sich so ganz individuell gestalten - auch Tischdecken oder Kissenbezügen verpasst man so einen einzigartigen Look. 

Was man zum Batiken braucht

  • ein Kleidungsstück oder Textil der Wahl

  • Klebeband oder Paketschnur

  • Textilfarbe plus Fixiersalz (z.B. Textilechtfarbe von Simplicol plus Fixierer)

  • einen Eimer mit etwa 5 Liter Fassungsvermögen

  • Einweghandschuhe

Batiken - so geht's

  1. Das zu färbende Textil eindrehen und nach Belieben mit Kreppband oder Paketschnur umwickeln, bis ein längliches Paket entsteht. Die bedeckten Stellen bleiben später heller oder ganz weiß. Je straffer das Band, desto größer der Farbunterschied!

  2. Eimer mit ca. 4 Liter Wasser füllen (orientiert euch an den Angaben des Farbherstellers). Farbpulver dazugeben und gut umrühren. Das verklebte Kleidungsstück dazugeben und eventuell mit Steinen beschweren, damit es bedeckt bleibt. Für etwa eine Stunde sollte es im Eimer bleiben. Je länger es in der Farbe bleibt, desto intensiver wird die Farbe.

  3. Nach dem Färbevorgang muss das Kleidungsstück in das Fixierbad, das man im selben Eimer anrühren kann. 

  4. Nach dem Fixierbad das Kleidungsstück vom Klebeband bzw. der Paketschnur befreien und es so lange auswaschen, bis das zurückbleibende Wasser klar ist. Trocknen lassen - und sich am Unikat erfreuen!

Hättet ihr's gewusst? Die aus Indonesien stammende Färbetechnik zählt sogar zum Weltkulturerbe der Unesco. Also los, auf die Eimer, fertig, los!

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