Kribbeln auf dem Kopf

Juckende Kopfhaut: Was dagegen hilft

Junge Frau, die Probleme mit juckender Kopfhaut hat, kratzt sich am Hinterkopf. | © iStock | triocean
Wenn die Kopfhaut juckt, ist die Ursache häufig eine falsche Haarpflege.
Foto: iStock | triocean

Die Kopfhaut ist die Basis für schöne und gesunde Haare. Dennoch schenken wir ihr häufig nur wenig Aufmerksamkeit. Fatal, denn die Haut auf dem Kopf ist sehr empfindlich und bedarf ausreichender Pflege, um Beschwerden wie Schuppen oder trockener juckender Kopfhaut vorzubeugen. Die sind nämlich nicht nur ein kosmetisches oder optisches Problem, eine trockene und juckende Kopfhaut kann auch ziemlich unangenehm und schmerzhaft sein.

Ursachen für trockene und juckende Kopfhaut

Die Ursachen für juckende Kopfhaut sind vielfältig, meist steckt hinter Symptomen wie Juckreiz, Kribbeln oder einem unangenehmen Spannungsgefühl aber eine entzündete oder ausgetrocknete Haut. Die Folge: Die gereizte Kopfhaut produziert weniger Talg, juckt und bildet Schuppen was schließlich auch spröde und trockene Haare fördert.

Häufiges Haare waschen

Der wohl häufigste Grund für trockene und juckende Kopfhaut ist übertriebenes Waschen und das Verwenden von Shampoos mit starken Waschtensiden und Sulfaten. Diese Substanzen können die schützende Lipidschicht angreifen und das Austrocknen der Kopfhaut fördern. Deshalb die Haare besser nicht täglich waschen und zu milden Shampoos greifen. Dazu raten übrigens auch Hautärzte: je nach Haartyp sollte man maximal dreimal die Woche Shampoo verwenden.

Extreme Hitze und Kälte

Besonders im Winter trocknet die Haut schneller aus. Der Grund: die Minusgrade vor der Haustüre. Hinzu kommt trockene Heizungsluft, wenn wir uns viel drinnen aufhalten. Der ständige Wechsel zwischen warm und kalt ist auch für die Haut belastend. Für die Haut bedeutet das: weniger Feuchtigkeit. Wird die Haut dann nicht entsprechend gepflegt, führt dies zu trockener (Kopf)Haut und Juckreiz. Das gleiche gilt im Übrigen für extreme Wärme durch regelmäßiges Frisieren mit heißen Stylingtools.

Stress fördert trockene Kopfhaut

Egal ob Ärger im Job, Beziehungsprobleme oder Streit mit der besten Freundin: die Haut ist der Spiegel der Seele. Stress fördert die Ausschüttung des Hormons Cortisol, welches die Bewegung der Hautzellen verlangsamt und damit deren Neubildung bremst. Dadurch ist die Haut anfälliger für Entzündungen und sie neigt schneller als üblich zu Juckreiz oder Trockenheit. Die Hormonschwankungen ausgelöst durch Stress oder psychische Probleme, zeigen sich oftmals zuerst auf dem Kopf, da hier die Haut besonders empfindlich ist.

Juckende und trockene Kopfhaut durch Allergien & Hautkrankheiten

Hinter juckender trockener Kopfhaut kann auch eine Allergie gegen bestimmte Lebensmittel oder Inhaltsstoffe in Pflegeprodukten stecken. Oftmals sind in Shampoos Waschsubstanzen enthalten, die nicht vertragen werden. Auch Hautkrankheiten wie Psoriasis und Neurodermitis können Auslöser für eine juckende und trockene Kopfhaut sein, denn dann neigt die Haut ohnehin schon zu Trockenheit. So entstehen Juckreiz und ein unangenehmes Spannungsgefühl, was zu Schuppen oder Ekzemen auf der Kopfhaut führen kann. Juckende Kopfhaut und Haarausfall in Kombination kommt meist nur in Ausnahmefällen aufgrund von Erkrankungen der Kopfhaut vor und sollte von einem Arzt untersucht werden. Das gilt auch für Schuppenflechte auf der Kopfhaut: Diese sollte wie alle Allergien oder Hautkrankheiten von einem Dermatologen untersucht werden.

Juckende Kopfhaut durch Läuse

Ein unschönes Thema, aber nicht zu unterschätzen: auch Läuse können für juckende Kopfhaut verantwortlich sein. Vor allem wer viel mit Kindern zu tun hat, ist anfällig für die kleinen Plagegeister. In der Regel kann das mit einem Shampoo aus der Apotheke oder dem Besuch bei einem auf Läuse spezialisierten Friseur schnell gelöst werden.

Was tun, wenn die Kopfhaut juckt?

Pflegeprodukte auf der Kopfhaut aufzutragen und zu verteilen ist aufgrund der hohen Dichte von Haaren besonders schwierig. Auch Shampoos, die meist nur für 30 Sekunden auf dem Kopf bleiben, können ihre Wirkung nicht voll entfalten und sind deshalb nicht ausreichend. „Leave-On“-Produkte wie zum Beispiel spezielle Haartonics oder selbstgemachte Haarkuren sind hingegen perfekt. Sie müssen nicht gleich wieder ausgespült werden, sodass die Wirkstoffe intensiv in die Haut eindringen können.

Wenn ihr schon unter Kopfhaut-Problemen leidet, solltet ihr eure Shampoos mit Bedacht auswählen. Pflege-Shampoos mit einem Anteil an Urea sind besonders empfehlenswert, da diese die Kopfhaut intensiv mit Feuchtigkeit versorgen. Auch Shampoos mit Heilkräutern wie Pfefferminze, Teebaumöl oder Eukalyptus sind gut geeignet, da sie die Kopfhaut während der Haarwäsche sanft kühlen. Bei juckender Kopfhaut auf Shampoos mit Anti-Schuppen-Effekt besser verzichten und stattdessen zu ph-neutralen Shampoos ohne Silikone, Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe oder ein mildes Babyshampoo greifen. Am schonendsten für Kopfhaut und Haare ist übrigens das Waschen mit maximal lauwarmem Wasser. Danach die Haare am besten an der Luft trocknen lassen, denn heiße Föhnluft verschlimmert die Trockenheit der Kopfhaut noch zusätzlich.

Juckende Kopfhaut Hausmittel: Diese Tipps schaffen Abhilfe

  • Öl: Eine schnelle Lösung können bestimmte Hausmittel sein. Am besten Bio-Öle (zum Beispiel Olivenöl, Avocadoöl, Jojobaöl oder Kokosöl) auf die juckende Kopfhaut auftragen. Das Öl spendet Feuchtigkeit und beruhigt die Haut. Über Nacht einwirken lassen und am nächsten Morgen gründlich auswaschen.

  • Apfelessig: Die sogenannte saure Rinse gilt als Hausmittel für fast alle Haarprobleme. Eine Spülung aus einem Liter Wasser und zwei Esslöffeln Apfelessig einfach nach dem Haare waschen einmassieren. Das Gute: die Apfelessig-Spülung muss nicht ausgewaschen werden.

  • Lavendelwasser: Lavendelwasser besänftigt juckende Kopfhaut. Einfach auf das Haar und den Ansatz sprühen, ohne Ausspülen. Oder das Lavendelöl einmassieren und über Nacht einwirken lassen.

  • Bürste aus Wildschweinborsten: Bei phasenweisem Juckreiz kann auch eine Bürste aus Wildschweinborsten helfen. Damit in juckreizfreien Zeiten am besten morgens und abends intensiv durchbürsten. Das fördert die Durchblutung und eine Kopfhaut kann sich so vorbeugend regulieren.

Grundsätzlich gilt: weniger ist mehr. Die gereizte Kopfhaut sollte nicht mit Pflegeprodukten überfordert werden. Sie braucht Zeit, sich wieder zu beruhigen und zu regenerieren. Bei anhaltenden Beschwerden oder kommen zur juckenden Kopfhaut Pickel und Haarausfall hinzu, sollte man einen Arzt aufsuchen, um den möglicherweisen Ursachen auf den Grund zu gehen und Erkrankungen auszuschließen.

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