Mineralsalze für die Gesundheit

Schüßler-Salze: Anwendung und Wirkungsbereiche

Die ähnlich wie in der Homöopathie potenzierten Schüßler-Salze werden meist in warmem Wasser aufgelöst eingenommen.  | © iStock | Image Source
Die ähnlich wie in der Homöopathie potenzierten Schüßler-Salze werden meist in warmem Wasser aufgelöst eingenommen.
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Bei leichten Alltagsbeschwerden schwören viele auf Schüßler-Salze. Alles zur Wirksamkeit und welche Salze bei kleinen Wunden, Reiseübelkeit, leichten Erkältungen und Co. helfen. 

Bei einem leichten Sonnenbrand oder einer kleinen Prellung ist ein Arztbesuch meist nicht nötig. Viele greifen bei solchen Beschwerden gern auf Schüßler-Salze zurück. Auch wenn die Wirksamkeit der Salze wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist, hat die Behandlung mit Mineralsalzen viele Anhänger. So sollen sie zum Beispiel die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen und bei regelmäßiger Einnahme sogar zur Gesundheitspflege und Krankheitsvorsorge beitragen. 

Bereits 1873 veröffentlichte der homöopathische Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler seine Lehre mit der „Biochemischen Heilweise“ als Therapieform. Er ging davon aus, dass Krankheiten im Allgemeinen durch Störungen des Mineralhaushalts der Körperzellen entstehen, die durch homöopathisch dosierte (potenzierte) Mineralsalze geheilt werden können. Insgesamt gibt es zwölf Basissalze, die sogenannten Schüßler-Salze, sowie 15 Ergänzungssalze bei der Mineralsalztherapie. 

Schüßler-Salze: So werden sie eingesetzt

Schüßler-Salze: Das sind ihre Anwendungsgebiete | © iStock | BrankoPhoto

Die Antlitzdiagnose 

Doch welches Salz für welche Beschwerden? Dr. Schüßler verwendete die Antlitzanalyse als Diagnose-Verfahren, das rund 50 Jahre später von Kurt Hickethier erweitert wurde. Dabei wurde davon ausgegangen, dass ein Mangel an biochemischen Mineralstoffen an Gesichtsmerkmalen wie Farbe, Falten, Reinheit und Feuchtigkeit festgestellt werden kann. So sollen zum Beispiel Würfelfalten um die Augen und Schuppen im Gesicht Anzeichen eines Calcium fluoratum-Mangels sein – das erste Schüßler-Salz käme hier zum Einsatz. Ein Mangel an Ferrum phosphoricum (Schüßler-Salz Nr. 3) soll dunkle Verfärbungen der inneren Augenwinkel nach sich ziehen. Von einer Selbsteinschätzung wird abgeraten – lieber begibt man sich für diese Diagnose zu einem Heilpraktiker. 

Basissalze (Schüßler-Salze) und Ergänzungssalze 

Jedes der zwölf Basissalze wird für bestimmte Bereiche des Körpers angewendet: Nr. 1 Calcium fluoratum für Haut, Gelenke und Bindegewebe, Nr. 2 Calcium phosphoricum für Knochen und Zähne, Nr. 3 Ferrum phosphoricum für das Immunsystem, Nr. 4 Kalium chloratum für die Schleimhäute, Nr. 5 Kalium phosphoricum für Psyche und Nerven, Nr. 6 Kalium sulfuricum zur Entgiftung, Nr. 7 Magnesium phosphoricum für Nerven und Muskeln, Nr. 8 Natrium chloratum für den Flüssigkeitshaushalt, Nr. 9 Natrium phosphoricum für den Stoffwechsel, Nr. 10 Natrium sulfuricum für die Ausscheidung, Nr. 11 Silicea für Haare, Haut und Bindegewebe und schließlich Nr. 12 Calcium sulfuricum für die Gelenke. 

Zudem gibt es in der Mineralstofftherapie noch 15 Ergänzungssalze, die die Basissalze unterstützen und zum Beispiel zum Zellschutz und zur Leistungssteigerung (Nr. 26 Selenium) oder für Nerven, Knochen, Gelenke und Stoffwechsel (Nr. 17 Manganum sulfuricum) eingesetzt werden. 

Linderung leichter Alltagsbeschwerden 

Bei ernsthaften Beschwerden ist ein Gang zum Arzt natürlich unabdingbar. Doch die kleinen Wehwehchen des Alltags können mit Schüßler-Salzen geheilt oder gelindert werden. Bei den ersten Anzeichen einer Erkältung wird zum Beispiel das Salz Nr. 3 in der Dosierung D12 empfohlen. Wenn es aber dann doch zu Husten, Heiserkeit, Schnupfen und Halsschmerzen kommt, kann das Schüßler-Salz Nr. 4 in der Dosierung D6 Abhilfe schaffen. Eine Salbe mit dem Salz Nr. 3 soll bei leichtem Sonnenbrand und harmlosen Verbrennungen den Schmerz lindern. Diese wirkt auch bei unproblematischen Mückenstichen, die Schüßler-Salbe Nr. 8 lindert zusätzlich den Juckreiz. Bei Reiseübelkeit hat sich bei vielen das Schüßler-Salz Nr. 7 bewährt, wer sich zusätzlich übergeben muss, greift auf Nr. 9 zurück. Dieses Schüßler-Salz hilft auch bei Verdauungsstörungen mit Druckgefühl – einem Blähbauch kann man mit dem Salz Nr. 16 entgegenwirken. Gegen Prellungen können eine Vielzahl an Schüßler-Tabletten und -Salben eingesetzt werden: 2, 3, 4, 5 und Nr. 8 werden empfohlen, Nr. 11 mindert einen Bluterguss. Ebenso verhält es sich mit kleinen Wunden, bei denen Nr. 1, 3, 5, 8 und 11 verschiedene Symptome bekämpfen. 

Gesund leben: Kleine Tricks mit großer Wirkung

Frau am Gemüsestand | © iStock | Obradovic

Schönheitskuren & abnehmen mit Schüßler-Salzen

Schüßler-Salze werden nicht nur bei gesundheitlichen Beschwerden, sondern auch als Schönheitskur angewendet. So soll das Schüßler-Salz Nr. 1 bei rissiger Haut, brüchigen Nägeln, Haarausfall und sogar Dehnungsstreifen helfen. Mit dem Schüßler-Salz Nr. 9 sagen viele fettiger und unreiner Haut den Kampf an, das Schüßler-Salz Nr. 22 (Calcium carbonicum) macht müde Haut und herunterhängende Lider wieder frisch. Wer abnehmen will, findet ebenfalls passende Salze im Schüßler-Fundus: Nr. 5 soll mangelndem Sättigungsgefühl und Nr. 7 dem Heißhunger entgegenwirken. 

Anwendungen: Tabletten, Salben, Bäder und Co. 

Je nach Beschwerden stehen in der Mineralsalztherapie Tabletten, Cremes, Hand- und Fußbäder, Wickel, Umschläge sowie Waschungen zur Verfügung. Üblicherweise werden die Potenzen D3 bis D12 eingesetzt, die Zahl beschreibt den Verdünnungsgrad des Ausgangsstoffes. Man kann Schüßler-Produkte auch kombinieren, aber es sollten nicht mehr als drei oder vier gleichzeitig verwendet werden. 

Zur inneren Anwendung werden Tabletten in unterschiedlichen Dosierungen entweder in warmem Wasser aufgelöst oder man lässt sie im Mund zergehen. Zwei bis drei Tabletten sind bei der Langzeittherapie üblich, bei akuten Beschwerden bis zu zwei Schüßler-Tabletten jede halbe Stunde. Lesen Sie stets die Gebrauchsinformationen und setzen Sie sich mit Ihrem Heilpraktiker oder Arzt in Verbindung. 

Die Schüßler-Salben zur äußerlichen Anwendung können bei Bedarf aufgetragen werden, sonst reichen zwei- bis dreimal pro Tag. Obwohl die meisten Cremes und Salben in der Regel gut verträglich sind, sollten sie zuerst auf einer kleinen Hautstelle auf allergische Reaktionen getestet werden. Für Entzündungen und Schmerzen eignen sich auch hervorragend Wickel, Kompressen und Umschläge. Dafür zehn Tabletten des benötigten Mineralstoffs zerkleinern und mit warmem Wasser verrühren. Den Brei anschließend auf einem Tuch verteilen und auf die betreffende Körperregion legen. Für Voll- und Teilbäder werden 25 Tabletten im Wasser aufgelöst. Während ein Vollbad mit Schüßler-Salzen mindestens eine halbe Stunde andauern sollte, sind Fuß- und Handbäder weniger aufwendig und sollten nicht länger als zehn Minuten dauern. Eine Alternative zu den Bädern ist die Waschung, bei dem ebenfalls 25 Schüßler-Tabletten aufgelöst werden. Mit einem Waschlappen schließlich den ganzen Körper zügig abwaschen, wobei man von außen nach innen – beginnend von den Händen und Füßen – bis hin zur Brust vorgeht. Danach nicht abtrocknen, sondern sich nur warm einpacken und ungefähr eine halbe Stunde ruhen. 

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