Tipps gegen kalte Hände & Füße

Kalte Hände: Ursachen und was dagegen hilft

Frau mit kalten Händen | © iStock | solidcolours
Vor allem Frauen leiden oft unter kalten Händen
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Sind das noch Finger - oder schon Eiszapfen? Kalte Hände und Füße sind besonders bei Frauen im Winter weit verbreitet - warum das so ist, was dagegen hilft und in welchen Fällen man seinem Hausarzt einen Besuch abstatten sollte!

Ob kalte Hände oder frostige Füße: Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Das liegt zum einen daran, dass Frauen naturgemäß einen geringeren Muskelanteil haben, die sozusagen als Heizkraftwerk des Körpers dienen. Außerdem neigen Frauen eher zu niedrigem Blutdruck und unterliegen stärker hormonellen Schwankungen. So verwundert es auch nicht, dass etwa zehnmal so viele Frauen wie Männer beispielsweise unter einer Schilddrüsenunterfunktion leiden.

Kalte Hände und Durchblutung

Hände und Füße sind immer etwas kühler als der Rest des Körpers, denn unser Körper betreibt schlaues Wärmemanagement. Sinken im Winter die Außentemperaturen nutzt er die vorhandene Energie lieber dazu, lebenswichtige Organe wie Herz und Gehirn als erstes und gründlichsten mit Blut zu versorgen. Hände und Füße stehen auf der Liste ganz unten - die Gefäße verengen sich dort bei Kälte (wie beispielsweise auch an der Nase oder den Ohren), dort fließt nun weniger wärmespendendes Blut. Kalte Hände zeigen also vor allem an, dass sie gerade nicht gut durchblutet sind. Zudem reagieren die Gefäße an den Extremitäten besonders besonders schnell und heftig auf Temperaturreize - das ist auch der Grund, warum die Finger so prickeln, wenn wir nach einem Winterspaziergang wieder ins Warme kommen!

Wer also hin und wieder - und vor allem bei Kälte - unter frostigen Fingern oder Füßen leidet, muss sich einfach gut einpacken, krankhaft ist das allerdings nicht. In diesen Fällen können diese Tipps gegen kalte Finger hilfreich sein:

Tipps gegen kalte Hände

  • Den ganzen Körper mit richtiger Kleidung warmhalten: So benötigt der Körper weniger Energie, um wichtige Organe zu durchbluten und er kann sich auch noch um Hände und Füße kümmern. Besonders viel Wärme verlieren wir übrigens über den Kopf - für Frostbeulen ist eine Mütze im Winter also Pflicht!

  • Bewegung und Handmassage: kurbelt den Stoffwechsel und damit die Durchblutung an. Wer viel am Schreibtisch sitzt, sollte zwischendurch immer wieder abwechselnd die Hände zu Fäusten ballen und dann die Finger ausstrecken (etwa 20 Mal) - das regt die Durchblutung an, genau wie kurze Spaziergänge oder andere Arten der Bewegung, die sich auch in den Büroalltag integrieren lassen.

  • Trinken: Wer zu wenig trinkt, verdickt das Blut, das dann schlechter fließen kann. Also auch unseren Händen zuliebe öfter zum Wasserglas oder zur Teetasse greifen.

  • Wechselbäder: Kalt-warme Wechselbäder für die Arme weiten die Blutgefäße

  • Feuchtigkeit auf der Haut vermeiden, denn so entsteht Verdunstungskälte, die Gefäße ziehen sich zusammen und die Finger oder Füße werden noch kälter. Deshalb sollten Winterschuhe auch unbedingt wasserfest sein!

  • Auf Rauchen und Alkohol verzichten: verschlechtert die Durchblutung

  • Stress abbauen

  • auf eine ausgewogene Ernährung und einen gesunden Lebensstil achten

Kalte Hände - Ursachen & Lebensstil

Es gibt eine ganze Reihe an möglichen Gründen für kalte Hände. Ein entscheidender Faktor ist der Lebensstil, der mitunter auch darüber entscheidet, ob es zu Durchblutungsstörungen kommt oder nicht. Schlechte und einseitige Ernährung und der daraus resultierende Mangel an wichtigen Vitaminen und Mineralien (vor allem B-Vitamine, Kalzium, Kalium, Magnesium) sind Gift für unsere Arterien, ebenso wie Rauchen und Alkohol, die die Durchblutung nachweislich verschlechtern. Das ist auch der Grund, warum besonders häufig Raucher eiskalte Hände haben. Eine Zigarette reicht, um den Blutfluss in der Haut für mehr als eine Stunde zu reduzieren. Aber auch übermäßiger Stress oder zu wenig Schlaf stellen die Durchblutung auf eine harte Probe. Unser Körper schüttet in stressigen Phasen nämlich vermehrt Adrenalin aus, was zur Folge hat, dass sich die Gefäße in den Extremitäten verengen. Entspannungsübungen, Meditation oder Yoga können dabei helfen Stress abzubauen!

Wer Medikamente einnimmt, sollte sich informieren, ob sie die Blutgefäße (insbesondere die Arterien) verengen - häufig ist das bei Beta-Blockern, einigen Krebsmedikamenten, Migräne-Medikamenten und OTC-Schmerzmitteln der Fall. 

Durchblutungsstörungen können aber auch körperliche Ursachen haben und leidet man zusätzlich unter Schmerzen oder Taubheitsgefühlen, sollte man sich an seinen Haussarzt wenden, insbesondere wenn man an einer chronischen Krankheit wie Rheuma oder Diabetes leidet.

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Frau fasst sich an den Mund | © iStock | simarik

Krankhaft kalte Hände - Raynaud-Syndrom

Es gibt Fälle, in denen kalte Hände Symptom einer ernsthaften Erkrankung sein können. Beim sogenannten Raynaud-Syndrom werden die Hände (häufig auch auch Füße, Ohrläppchen, Kinn und Nase) kalt, bläulich und blass. Die Extremitäten verfärben sich also zusätzlich, darum wird die Krankheit im Volksmund auch auch als Leichenfinger oder Weißfingerkrankheit bezeichnet. Auch Taubheistgefühle treten auf und die Betroffenen haben häufig schlimme Schmerzen. Die Anfälle werden häufig durch Kälte, Stress oder andere seelische Belastungen ausgelöst. Frauen zwischen 20 und 40 Jahren sind besonders häufig betroffen. 

Weitere krankhafte Ursachen für kalte Hände können Hormonstörungen (z.B. eine Schilddrüsenunterfunktion), Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Essstörungen, Depressionen oder Fibromyalgie sein. In allen Fällen ist ein Arztbesuch unumgänglich!