Pflegen statt kiffen

CBD: Was Cannabis-Beauty wirklich kann

CBD-Öl Flasche auf einem schönen Hintergrund mit einer Hanfpflanze | © iStock | IRA_EVVA
CBD-Öl erlebt einen Mega-Hype als Kosmetik oder Nahrungsergänzungsmittel
Foto: iStock | IRA_EVVA

High macht es nicht, aber angeblich schön: Die Rede ist von Cannabidiol, kurz CBD. Warum jetzt alle auf Hanf als Schönmacher schwören - und was Cannabis-Beauty wirklich kann.

Was ist CBD?

Der Wirkstoff CBD wird aus der weiblichen Hanfpflanze gewonnen, darf jedoch nicht mit THC verwechselt werden, der bekanntlich eine berauschende Wirkung hat. Cannabidiol, oder kurz CBD, besitzt keinerlei Rauschwirkung und darf in Deutschland völlig legal und rezeptfrei als Kosmetik oder Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden. Es wirkt beruhigend, wird gegen Ängste und Depressionen eingesetzt und ist seit Jahren fester Bestandteil in der Schmerztherapie. Auch bei Menstruationsbeschwerden, Kopfschmerzen oder Migräne kommt es zum Einsatz. Man soll einfach einige Tropfen CBD-Öl unter die Zunge träufeln, und Nervosität, Kopfschmerzen und Entzündungen verschwinden - so lautet jedenfalls das Versprechen vieler Hersteller.

Auch in Kosmetikprodukten ist der Inhaltsstoff nun immer häufiger zu finden. Vom Shampoo, über den Lippenbalsam bis hin zu Cremes und Seren: Nahezu das komplette Spektrum an Körperpflege-Produkten gibt es mittlerweile mit dem Zusatz CBD. Besonders beliebt: CBD-Öl (wie z.B. Traumtropfen), das man nicht mit Hanf-Öl verwechseln sollte. In beidem steckt zwar Hanf, aber nur im CBD-Öl ist der Wirkstoff Cannabidiol enthalten.

Wie wirkt CBD?

Die Extrakte der Cannabis-Pflanze gelten als besonders entzündungshemmend und hautberuhigend. Für die äußere Anwendung in der Hautpflege ist CBD daher wie gemacht, da es einen für die Haut idealen pH-Wert besitzt und deshalb selbst für empfindliche Hauttypen geeignet ist. Zudem kurbelt CBD die Zellerneuerung an - eignet sich also zum Kampf gegen Falten und ist ein beliebtes Anti-Aging-Mittel. Außerdem wird es zur Behandlung von Hautproblemen wie Akne, Ekzemen, Rosazea, Neurodermitis oder Trockenheit eingesetzt.

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Wirksamkeit bei Akne und anderen Hautproblemen

Unterschiedliche Untersuchungen wollen diese Wirkungen belegen. Beispielsweise eine im "Journal of Clinical Investigation" dokumentierte Untersuchung, die die heilende Wirkung von CBD im Kampf gegen Hautprobleme genauer unter die Lupe nahm. Demnachsollen die Wirkstoffe als natürliche Entzündungshemmer agieren und dadurch die für Hautprobleme verantwortliche Lipid-Synthese blockieren. So soll CBD dank seiner entzündungshemmenden Wirkung besonders bei der Behandlung von Akne Wirksamkeit zeigen, da die Talgproduktion reduziert wird. Rötungen sollen so verringert und Ausbrüche gemildert werden.

CBD soll grundsätzlich für alle Hauttypen wirksam sein, besonders hilfreich sei es aber für Menschen mit empfindlicher Haut, mit entzündlichen Hauterkrankungen oder bei sehr trockener Haut. Aufgrund der sehr starken entzündungshemmenden Wirkung von CBD kann es den natürlichen Heilungsprozess der Haut unterstützen und die Lebensdauer von Ekzemen/Psoriasis-Schüben und -Ausbrüchen erheblich verkürzen.

CBD in Kosmetik

Je nach Hauttyp und den individuellen Hautbedürfnissen, kann man auf pure CBD-Öle setzen oder cannabidiolhaltige Cremes in die Beautyroutine integrieren. Letztere enthalten meist noch andere pflegende Inhaltsstoffe wie beispielsweise Hanföl, Sheabutter oder Kakaobutter, die Feuchtigkeit spenden und rückfettend wirken. Beim Einkauf von mit Cannabis angereicherten Beauty-Produkten sollte man jedoch darauf achten, keine Formulierungen mit Konzentraten oder Isolaten zu kaufen. Qualitative Produkte erkennt man daran, dass ein CBD Vollspektrum Extrakt die Basis bildet und weder künstliche Konservierungs- noch Duftstoffe verarbeitet werden.

Welche weiteren Anwendungsmöglichkeiten für CBD-Öl gibt es?

CBD-Öl besitzt viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Mineralstoffe und Spurenelemente, Vitamine, Proteine, Ballaststoffe und ungesättigte Fettsäuren. Ist also ein echtes Kraftpaket und findet neben der Kosmetik in vielen weiteren Bereichen Verwendung:

  • Als Schmerzmittel: Es kann zum Beispiel zur Linderung von Menstruationsbeschwerden (PMS), Kopfschmerzen oder Migräne verwendet werden.

  • Bei Ängsten und Stress: Stressbedingte Probleme wie Nervosität sollen durch CBD vermindert werden. Zudem soll es die Produktion von Angsthormonen bremsen und so selbst bei Angststörungen und posttraumatischen Belastungsstörungen helfen können.

  • Bei Schlafstörungen: Die beruhigende Wirkung von CBD soll auch die Schlafqualität verbessern.

  • Stärkung des Immunsystems und antioxidative Wirkung

  • Bei Hautproblemen wie Akne, Pickel, Neurodermitis oder Trockenheit

  • Es soll sogar bei Parkinson und Epilepsie helfen und vor Krebs schützen.

Experten sehen Studienergebnisse zu CBD bislang kritisch, da bislang nur an Zellkulturen oder Tieren getestet wurde, die wenigen bislang veröffentlichten Studien mit Menschen lassen keine verlässlichen Schlüsse zu.

Immunsystem stärken: Hausmittel, Ernährung & Co. 

Frau gibt Spinatblätter in einen Mixer für einen Smoothie | © iStock | nerudol

Nebenwirkungen von CBD

Bei normalem Gebrauch gilt CBD als äußerst sicher. Untersuchungen zur Wirksamkeit von CBD zeigten jedoch nicht ausschließlich positive Effekte. So können bei der Einnahme auch Schläfrigkeit, Benommenheit, Schwindel oder Mundtrockenheit als Nebenwirkungen auftreten. Schwangere sollten grundsätzlich auf CBD verzichten. Und da CBD die Verstoffwechselung mancher Medikamente beeinflussen kann, sollte man Rücksprache mit dem Arzt halten, wenn man Medikamente nehmen muss.

Woher kommt der Hype um CBD?

Über kaum einen Wirkstoff wurde in letzter Zeit so viel berichtet wie über CBD. Doch woher kommt dieser Hype? Begonnen hat alles mit der Legalisierung des Anbaus von Nutzhanf in den USA Ende 2018. Zudem ist der Cannabis-Konsum in mittlerweile zehn Bundesstaaten legal. In der Folge florierte das Business mit Hanf: Cannabis-Restaurants eröffneten in L.A., Hollywood-Stars brachten ihre eigenen CBD-Pflegelinien auf den Markt (z.B. Kim Kardashian) und auch Lebensmittel mit dem Wirkstoff sind mittlerweile in jedem deutschen Supermarkt zu finden.

Experten sehen die vielen positiven Studienergebnisse zu CBD aber auch kritisch und bemängeln, dass bislang nur an Zellkulturen oder Tieren getestet wurde. Die wenigen bislang veröffentlichten Studien mit Menschen lassen keine verlässlichen Schlüsse zu. Ob CBD-Produkte also tatsächlich völlig unbedenklich sind, lässt sich noch nicht sagen. Die vielen positiven Stimmen klingen aber durchaus vielversprechend!

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