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Grünes Superfood oder kurzer Gesundheitstrend? Wie gesund ist Weizengras?

Nahaufnahme von einer Frau, die ein Glas mit Weizengrassaft hält. | © gettyimages.de | simarik
Weizengras: So wirkt das Superfood auf den Körper
Foto: gettyimages.de | simarik

Weizengras klingt erst mal eher unsexy. Dabei soll das grüne Powerfood nicht nur fit, stark und gesund machen, sondern eben auch schön und sexy.
Was steckt dahinter? Wie gesund ist Weizengras? Für wen ist Weizengras besonders gut? Welche Wirkung hat Weizengras auf den Körper? Was ist besser, Weizengras-Pulver oder Weizengras-Saft? 
Wir haben die grünen Halme ganz genau untersucht und erklären, was man wissen muss, bevor man zu Pulver, Saft und Co. greift.
 

Was ist Weizengras eigentlich?

Zunächst ist Weizengras schon mal kein heißer Gesundheitstrend, der bald wieder vergehen wird, denn das Nährstoffreiche Gras lässt sich über 5000 Jahre bis zu den alten Ägyptern zurückverfolgen. Nun ist es seit kurzem wieder in aller Munde. Im wahrsten Sinne, denn das essbare Gras kann entsaftet oder zu Pulver gemahlen sämtlichen Mahlzeiten und Drinks zugefügt werden.
Als grüner Zusatz soll es den Nährstoffgehalt des Gerichts oder Getränks mit seinem beachtlichen Nährwertprofil pimpen. Denn Weizengras ist reich an Vitamin C, A und E, zudem an Eisen, Kalzium, Kalium und Folsäure. In Weizengras stecken bis zu 20 Aminosäuren, 8 davon sind essentiell, da der Körper sie nicht selbst produzieren kann. Zudem besteht Weizengras zu 70% aus Chlorophyll, wodurch es stark entzündungshemmend wirkt.
 

Zum Vergleich, 100 g Weizengras enthalten:

  • doppelt soviel Eiweiß wie Hühnereier

  • 11-mal mehr Calcium als Rohmilch

  • 30-mal mehr Vitamin B1 als Kuhmilch

  • 50-mal mehr Vitamin E als Spinat

  • 5-mal mehr Eisen als Spinat

  • 5-mal mehr Magnesium als Bananen

  • 60-mal mehr Vitamin C als Orangen

Hinzu kommt, dass Weizengras glutenfrei ist. Denn auch wenn es aus der Weizenpflanze gewonnen wird, steckt Gluten nur in den Samen des Weizenkorns. Wer sich also glutenfrei ernährt, ist mit dem Weizengras gut aufgehoben.

Weizengras hat viele Vorteile für den Körper, die Gesundheit und Schönheit

Der Nährstoffgehalt der Gräser kann sich also sehen lassen. Doch welche Wirkung hat der Mix aus Vitaminen, Mineralstoffen, Enzymen und Aminosäuren auf den Körper?

Weizengras und Weizengrassaft von oben fotografiert. | © gettyimages.de | Nataliya Kushnir
Was steckt eigentlich in Weizengras?
Foto: gettyimages.de | Nataliya Kushnir

Chlorophyll

Der besonders hohe Anteil an Chlorophyll macht Weizengras zum entzündungshemmenden Superfood. Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen können mit dem Gras ganz natürlich behandelt werden. Der grüne Pflanzenfarbstoff soll entgiftend, reinigend und zellschützend wirken. Giftstoffe werden gebunden und über den Dickdarm abgebaut und ausgeschieden. Es fördert die Bildung neuer Blutzellen, kurbelt den Sauerstofftransport zwischen den Zellen an, regt die körpereigene Entgiftung an und gleicht zudem auch den Säure-Basen-Haushalt aus.

 

Eiweiß
Schon mal darüber nachgedacht warum Pferde oder Stiere eigentlich so massige, kräftige Tiere sind, obwohl sie sich von Gras ernähren, ohne die Zugabe von Kraftfutter? Gräser enthalten einen beachtlichen Eiweißanteil. Weizengras ist als essbares Gras eine super Proteinquelle, die zudem rein pflanzlich ist und optimal vom Körper aufgenommen und verarbeitet werden kann.

 

Aminosäuren
Die Zusammensetzung von essentiellen Aminosäuren verleiht Weizengras seinen entzündungshemmenden, regenerierenden Effekt. Die acht für den Körper essentiellen Aminosäuren müssen über die Ernährung zugeführt werden, da sie wesentlich an wichtigen Stoffwechselprozessen beteiligt sind, aber nicht vom Körper selbst hergestellt werden können.


Vitamin B12
Vitamin B12 muss dem Körper auch von außen zugeführt werden, damit es schließlich die Zellteilung und Blutbildung unterstützen kann. Der Körper braucht B12 für den Aufbau von Hormonen und Neurotransmittern und zum Schutz von Nervensträngen in Rückenmark und Gehirn.


Antioxidantien
Freie Radikale sorgen nicht nur für Falten und Alterserscheinungen der Haut, sondern können auch Erkrankungen wie Krebs, Arteriosklerose und Rheuma fördern. Antioxidantien benötigt der Körper für seine eigenen Abwehrreaktionen gegen diese freien Radikale. Vitamin C und E, Glutathion, Flavonoide, Saponine und Tannine, sind einige dieser Stoffe, die im Weizengras stecken und welche die zelluläre Immunreaktion unterstützen.

 

Zink 
Zink fördert vor allem die Zellregeneration, stärkt zudem das Immunsystem und wird für den Stoffwechsel benötigt.

Zink sorgt außerdem für schöne Haut, Haare sowie Nägel und steckt auch in diesen Lebensmitteln:

Zinkhaltige Lebensmittel: Die Top 15

Frau kauft Obst in einem Geschäft | © iStock.com / byakkaya

Selen
Selen ist eines der essentiellen Minerale, das über die Nahrung aufgenommen werden muss. Es ist entscheidend für ein intaktes Immunsystem und hemmt Entzündungen. Denn Entzündungen treten meist als Reaktion des Immunsystems auf, wenn Zellgewebe durch das Einwirken von Bakterien, Toxinen oder anderen schädlichen Einflüssen verletzt wurde.


Antibakteriell
Neben den stärkenden und schützenden Nährstoffen ist auch die antibakterielle Wirkung von Weizengras wichtig für das Immunsystem.

Weizengras: Was sagen die Kritiker?

Der große Hype um die Nahrungsergänzungsmittel aus Weizengras hat auch einige kritische Stimmen geweckt, die darauf hinweisen, dass der Körper den größten Teil an Chlorophyll aus Weizengras nicht aufnehmen kann. Stattdessen wird der Powerstoff ungenutzt wieder ausgeschieden. Man müsste hohe Menge an Weizengras-Pulver zu sich nehmen, um das volle Potenzial an Nährstoffen und vorteilhaften Wirkungen ausschöpfen zu können.


Trotzdem lässt sich zusammenfassen: Weizengras kann eine ausgewogene, reichhaltige Ernährung mit wichtigen Vitaminen, Nährstoffen, Mineralstoffen und Enzymen ergänzen, solange man nicht versucht den kompletten Nährstoffbedarf mit Pulvern und Zusätzen zu decken.

Weizengras selbst anbauen: So geht’s

Man muss gar nicht zu Supplements, Pulver oder Kapseln greifen. Denn Weizengras kann man auch selbst ziehen und anschließend zu Saft verarbeiten:

Weizengras mit Weizengraspulver und Weizengrassaft auf einem Tisch | © shutterstock | Africa Studio
So könnt ihr Weizengras auch ganz einfach selber anbauen!
Foto: shutterstock | Africa Studio

1. Die Weizengrassamen sollten in einem Wasserglas vorkeimen bis sie kleine Wurzeln bilden.

2. Anschließend kann man in flachen, gut belüfteten Aussaatkästen oder Blumenuntersetzern, gefüllt mit Bio-Blumenerde Sprießkornweizen direkt aussäen.

3. Danach müssen sie mit einem Wassersprüher feucht gehalten werden. Ein feuchtes Tuch als Abdeckung hilft die Feuchtigkeit zu halten.

4. Nach vier Tagen unter dem Tuch ist die Weizensaat schon bereit zur Ernte und die Gräser können einfach bodennah mit einer Schere abgeschnitten werden.

5. Im Entsafter kann man das selbstgezogene Weizengras anschließend bequem zu Saft verarbeiten und kommt so am besten an die frischen Vitalstoffe. Allerdings gibt es auch frische Alternativen zum zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftig schmeckenden Saft. 
 

Weizengras: Pulver, Saft oder pur?

Selbst geerntete zerkleinerte Halme können wie Kräuter über den Salat, aufs Brot oder in die Suppe gestreut werden. 

Bereits verarbeitet, bekommt man Weizengras meist frisch gepresst oder tiefgefroren als Saft. Dann empfiehlt es sich immer kleine Schlücke auf leeren Magen zu nehmen, damit der Körper die Benefits aus dem Superfood-Shot möglichst gut aufnehmen kann.

Häufig bekommt man Weizengras auch getrocknet oder gefriergetrocknet als Pulver. Dadurch wird Weizengras besser haltbar. Das Pulver kann anschließend in Smoothies, Salate, ins Müsli oder Porridge gemischt werden. Der Nährstoffgehalt dieser Weizengrasprodukte variiert je nach Verarbeitungsform, sodass sich immer ein Blick auf die Liste der Nährwerte lohnt.
 

Übrigens: Weder in frischer noch in Pulverform sollte man Weizengras erhitzen oder kochen, da dadurch zahlreiche der wertvollen Vitalstoffe verloren gehen.

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